(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)
Allgemeine Hinweise
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Aufgaben des Bauleiters
Die Anwesenheit des Bauleiters ist bei kritischen Phasen erforderlich. Es muss eine Kontrolle der mangelfreien Erstellung der Leistung durch den Bauleiter erfolgen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn die erbrachte Leistung später nicht mehr kontrolliert werden kann, weil sie von anderen Bauteilen verdeckt ist. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Abdichtungsarbeiten gegen Feuchtigkeit und im Hinblick auf den Wärmeschutz.
Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Imprägnierung von Holzteilen im Dachbereich: DIN 68800
Dachstuhl
Die Oberkante des Mauerwerks sollte ca. 10-12 cm tiefer als die Oberkante der Sparren angelegt sein, damit dieser Bereich gedämmt werden kann.
Ungenügend getrocknetes Holz verzieht sich. Ein Nachweis über die relative Holzfeuchte ist daher vor dem Einbau empfehlenswert (max. 12 - 14 %).
Die Dachpfetten müssen mit Bitumenpappe o. ä. gegen Feuchtigkeit am Einbindepunkt in das Mauerwerk/Auflagebereich auf der Decke geschützt werden. Folientaschen dagegen sind für das Holz schadensträchtig. Idealerweise wird der Balken von Luft umspült. Die Mittelpfette wird in der Regel durch ein oder zwei Stützen abgefangen oder liegt auf Zwischenwänden auf.
Nach dem Richten müssen die Sparren alle in einer Flucht liegen, damit später keine Wellen in der Eindeckung entstehen. Nachträglich angebrachte Schnitte am Holz müssen mit Holzschutzmittel behandelt werden. Stark gerissene Balken sind statisch bedenklich.
Anhand der Statik sollte man den Querschnitt der Sparren überprüfen. Auch sollte man checken, ob alle Bolzen stramm angezogen wurden. Gibt es Stützen unter den Mittelpfetten, dann sollten diese natürlich auch angeschraubt sein. Nägel im Hirnholz (in Faserrichtung) sind unzulässig.
Das Giebelmauerwerk muss gehalten werden. Da die Balken parallel zu den Giebelwänden verlaufen, müssen Giebelanker auf den letzten (vier ?) Deckenbalken befestigt werden. Andernfalls sind Dachstuhl und Giebel nicht ausreichend ausgesteift, um stärkeren Windangriffen standzuhalten (Wind erzeugt kurzzeitigen Druck im Wechsel mit Sog; der Giebel könnte sozusagen nach außen umfallen).
Die Windrispenbänder dürfen keinesfalls (z. B. um ein Dachflächenfenster einzusetzen) durchgeschnitten werden, da sie für die Statik erforderlich sind. Man sollte prüfen, ob sie ordentlich (über den Sparren gezogen, mehrfach genagelt, nicht verdreht, am Fußpunkt abgekröpft und mit der Sparrenseitenflanke vernagelt) befestigt wurden.
Nicht ordnungsgemäß befestigte Windrispenbänder hängen später schlaff durch. Eine nachträgliche Verspannung ist aber über spezielle Spannschlösser möglich, die aber in jedes Sparrenfeld eingesetzt werden müssen, weil ja die Windrispe jeweils oben an den Sparren angenagelt ist.Schalung
Auch bei den Schalbrettern sollte die relative Feuchte bei max. 12 - 14 % liegen. Schalbretter dürfen keine Durchfalläste von mehr als 2 cm Durchmesser haben. Haben die Schalungsbretter im Dachüberstand Nut und Feder, dann müssen diese in der gleichen Farbe wie die Seiten vor dem Einbau angestrichen sein: arbeitet das Holz später, sieht man sonst die ungestrichenen Bereiche als Streifen.
Für das Anbringen sind rostfreie Nägel aus Edelstahl nötig, da durch den Hammerschlag bei verzinkten Nägeln die Schutzschicht beschädigt wird. Die Befestigung auf jedem Auflager sollte mit mindestens zwei Nägeln erfolgen. Unterhalb der Sparrenoberkante empfiehlt sich eine Lage Isover T 73.3, um eine Entkopplung von Sichtschalung und Mauerwerk zu erreichen. Von der IBG wird an den Traufseiten ein ca. 3 cm breites Lüftungsband aus Hartkunststoff eingebaut.
Die sichtbare Holzschalung der Dachüberstände muß gewartet und instand gesetzt werden, da sie z. T. direkt bewittert ist. Die Wartung muss jährlich erfolgen, um ggf. Gewährleistungsansprüche durchsetzen zu können. Die Instandsetzungsintervalle liegen zwischen 1 Jahr (farblos, gering pigmentiert) und 3 Jahren (Lasur oder deckender Lack mit ausreichender Pigmentierung).
Eine Dachschalung der gesamten Dachfläche und Aufdachdämmung bietet Vorteile hinsichtlich des Schallschutzes und der Begehbarkeit des Daches (die Spannbahn wird nicht so leicht durchtreten), gehört aber nicht zum IBG-Standard.Chemie der Metalle (Elektrochemie)
Bringt man zwei unterschiedliche Metalle miteinander in Kontakt, so besteht in Anwesenheit von Feuchtigkeit immer eine erhöhte Korrosionsgefahr für das unedlere Metall. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn man Kupferdachrinnen mit Zinknägeln befestigt: Das Zink korrodiert sehr schnell, mit der Folge, dass die Dachrinne bald lose ist. Der unmittelbare Kontakt zwischen zwei Metallen muß daher durch isolierende Zwischenlagen (z. B. Kunstoff) vermieden werden.
Alle Befestigungsmittel, die beim Dach der Witterung ausgesetzt werden, müssen korrosionsgeschützt sein.Dachrinnen
Bei den IBG-Bauvorhaben werden Titanzink-Dachrinnen verlegt, die weniger anfällig gegen Korrosion sind als verzinkte Bleche. Die Befestigung erfolgt über Rinnenhalter an der Traufbohle. Bei der Verlegung einer Unterspannbahn muß auch noch ein Traufblech eingesetzt werden, das erst in der Regenrinne endet, weil Unterspannbahnen i. a. nicht dauerhaft witterungsbeständig (UV-Licht) sind. Auf diesem Traufblech liegt die Unterspannbahn (ohne durchzuhängen!) auf, damit unter die Eindeckung gelangtes Wasser in die Dachrinne abgeleitet wird.
Wichtig ist, dass die Dachrinnen ein ausreichendes Gefälle in der richtigen Richtung haben, d. h. es darf kein Wasser darin stehen bleiben. Die hausabgewandte Längsseite der Dachrinne - die Wasserfalz - sollte immer mindestens einen Zentimeter niedriger sein als die dem Haus zugewandte, damit bei starken Regengüssen kein Wasser zum Haus geleitet wird. Wie das in etwa nachzumessen ist, zeigt das Bild. Hat die Regenrinne eine Länge von mehr als 7 m, muss für einen Dehnungsausgleich gesorgt werden, z. B. indem ein Rinnenüberhang in den Rinneneinlaufkessel angelegt wird.
Bei Abschluß der Arbeiten müssen die Dachrinnen von Pfannenresten gesäubert werden. Laubfanggitter verhindern, dass es zu Verstopfungen der Fallrohre kommt. An Rinnenkesseln sind grundsätzlich Schutzgitter anzubringen, da sonst sogar Vögel in die Fallrohre abstürzen können.
Kehlbleche werden am Schnittpunkt von zwei zueinander geneigten Dachflächen verwendet, z. B. an der Basis der Gaube. Da sie tiefer sitzen als die beiden Dachflächen, führen sie das Wasser in einer flachen Rinne zur Traufe hin ab.Verbleiungen
Bleianschlüsse müssen bis über den nächsten Hochpunkt einer Pfanne fortgeführt werden, damit sie nicht hinterlaufen werden können.Entwässerung/Kanalanschluß
Die Fallrohre müssen so an der Fassade befestigt werden, dass an den Halterungen kein Regenwasser in Richtung des Gebäudes entlanglaufen kann. Es kann sonst zu Abplatzungen bei Frost kommen. Damit die Fallrohre nicht abrutschen, muß oberhalb der Rohrschelle ein Wulst vorhanden sein. Etwa alle 2 m ist ein Befestigungspunkt vorzusehen.
Zu Reinigungszwecken muss am Übergang Standrohr-Fallrohr eine Revisionsmöglichkeit vorgesehen werden. Durch den Einbau von Regenrohrklappen mit Sieb in den Fallrohren lässt sich das Wasser in Behälter leiten und für den Garten nutzen.
Ein IBG-Bauherr muß Standrohre und Anschlüsse an die Regenwasserleitung in Eigenleistung erstellen.Unterspannbahn
Die diffusionsoffene Unterspannbahn wird bahnenweise verlegt, wobei die einzelnen Bahnen sich ca. 15 cm überlappen müssen. Die letzte Bahn soll beim belüfteten Dach etwas unterhalb des Firstes enden. Die unterste Bahn soll in die Dachrinne entwässern. Das ist bei der abgebildeten unsauberen Ausführung nicht möglich. Solche Fehlausführungen gibt es oft im Bereich von Gauben oder anderen nicht "gerade" ausgeführten Dachbereichen.
Die Unterspannbahn darf keine Beschädigungen aufweisen. Ähnlich wie beim Autoreifen gilt: ein einziges kleines Löchlein macht bereits alles unbrauchbar. Auch durch Nachunternehmer in die Unterspannbahn geschnittene Löcher (für z. B. austretende Rohre) müssen wieder korrekt angeschlossen werden, so dass sichergestellt ist, dass kein Wasser eindringen kann.
Beim belüfteten Dach (Kaltdach) müssen ca. 4 cm Platz zwischen der Unterspannbahn und der Zwischensparrendämmung als Hinterlüftung frei bleiben. Andernfalls kommt es zur Tauwasserbildung an der Unterspannbahn, Durchfeuchtung der Wärmedämmung und damit deren Unbrauchbarkeit. Auch ist der untere und obere Abschluß bei dieser Dachkonstruktion nicht winddicht beschaffen (lose aufliegende Unterspannbahn an der Traufe und Lüftungsziegel im First). Damit keine Insekten eindringen können, müssen Lüftungsöffnungen mit Lüftungsgittern versehen werden.
Beim Verlegen der Pfannen wird an der Traufe begonnen. Der Pfannenschutt höherer Bereiche rutscht dann auf der Unterspannbahn Richtung Traufe ab, so dass es zu einer Wassersackbildung/Perforation der Unterspannbahn kommen kann. Daher sollten die Traufpfannen bei der Abnahme nach oben geschoben werden, um die Sauberkeit zu kontrollieren.Dachsteine (Beton) / Dachziegel (Ton)
Glasierte Ziegel können örtliche Fehlstellen aufweisen. Sie haben keine technischen Vorteile sondern ehe den Nachteil, dass ablaufendes Wasser zu schnell herabfliest und dabei u. U. die Rinne überspringt. Defektstellen auf Dachziegeln können aber auch auf unreines Rohmaterial hindeuten, was dazu führt, dass die Zahl und Größe der Defekte immer mehr zunimmt.
Die Dachlatten müssen imprägniert sein. Jede Pfanne an Ortgang, First und zwischen Dachfläche und Krüppeldach muss angenagelt (zweifach) oder angeschraubt (einfach) werden. Zusätzlich muss mindestens jeder dritte Dachstein/Dachziegel diagonal versetzt verklammert werden. Dabei sind Kopfklammern seit 2002 unzulässig, da sie keine ausreichende Lagesicherung ermöglichen. Nur Seitenfalzklammern sind noch erlaubt.
Die Fugen zwischen den verlegten Pfannen dürfen nicht aufklaffen - manche Dachdecker versuchen so bewusst Material einzusparen. Das Verlegebild muss gleichmäßig sein.Dachfenster, Schornsteine und andere Öffnungen der Dachhaut
Diese Öffnungen führen am häufigsten zu Undichtigkeiten des Daches und müssen daher besonders sorgfältig abgedichtet werden. Oberhalb des Fensters muss der Schnittrand der Unterspannbahn umgeschlagen werden, so dass sich eine Wasserablaufrinne bildet. Sie soll das Wasser in ein benachbartes Sparrenfeld leiten.
Die Dichtigkeit eines Dachflächenfenster sollte man vor dem Beginn der Innenausbauarbeiten überprüfen, indem man es mit einem Schlauch von außen wässert, während eine zweite Person innen auf Undichtigkeiten achtet.