(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)
Allgemeine Hinweise
Nur ein komplett geschlossener Rohbau gestattet es, mit dem Innenausbau loszulegen. Nur so sind kälte- und feuchtigkeitsempfindliche Arbeiten möglich bzw. die Installationen vor Diebstahl geschützt. Leider beschädigen die nachfolgenden Handwerker oft die Fenster! Rolladen verbessern den Wärmeschutz der Fenster.
Aufgaben des Bauleiters
Die Anwesenheit des Bauleiters ist bei kritischen Phasen erforderlich. Es muss eine Kontrolle der mangelfreien Erstellung der Leistung durch den Bauleiter erfolgen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn die erbrachte Leistung später nicht mehr kontrolliert werden kann, weil sie von Erdreich oder anderen Bauteilen verdeckt ist. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Abdichtungsarbeiten gegen Feuchtigkeit und im Hinblick auf den Wärmeschutz.
Bauschaum in allen möglichen Fugen sollte jeden vernünftigen Bauleiter zum Wahnsinn treiben.
Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Abdichtungen: DIN 18195
Schallschutz: DIN EN 20140-3 und DIN 4109, wobei die DIN nicht mehr dem anerkannten Stand der Technik entspricht. Dies gilt ganz besonders dann, wenn Bauteile konstruktiv einen höheren Schallschutz gewährleisten würden, aber durch mangelhafte Ausführung lediglich ein Schallschutz nach DIN erreicht wird.
Schlagregendichtigkeit: DIN EN 1027 und 18542
Luftdichtigkeit: DIN EN 1026 und 4108-7
Dampfdiffusionswerte: DIN 4108-3
und noch ein paar mehr... Man sollte sich die Eignung des vorgesehenen Systems nachweisen lassen. Idealerweise liegt eine ift-Zertifizierung (IFT-Rosenheim) vor.
Fensterqualität
- Für die Qualität eines Fensters ausschlaggebend ist eine gute Verfalzung, Dichtung, Wasserabführung, stabile Bänder und Schließmechanismen. Die vom Fensterhersteller angegebenen Zahlenwerte, haben sehr unterschiedliche Bedeutungen:
- Je geringer der U-Wert, desto besser die Isolierwirkung (U-Wert Isolierglas 2,6 - 3,4).
- Der g-Wert eines Fensters gibt hingegen an, wieviel Wärme durch die Scheibe fließen kann (in %). Ein niedriger g-Wert bedeutet also einen geringeren Wärmefluss (g-Wert Isolierglas 0,80).
- Der k-Wert bezieht sich auf den Wärmedurchgangswert der Verglasung allein.
- Laut Wärmeschutzverordnung müssen neue Fenster einen k(F)-Wert niedriger als 1,8 besitzen. Dieser Wert bezieht sich auf das gesamte Fenster (Glas und Rahmen).
- Der Ug-Wert liegt bei den meisten Isoliergläsern um 0,1 W/qmK höher als der bislang verwendete Uv-Wert nach DIN. Das liegt daran, dass bei dem Messverfahren ein höherer Temperaturunterschied zwischen Innenseite und Außenseite der Verglasung angenommen wird (15 Grad Celsius statt früher 10 Grad Celsius).
Die IBG verbaut standardmäßig Fenster aus Kunststoffprofilen im 5-Kammer-System mit Blendrahmen, Flügel und Stahlkerneinlage (Baubeschreibung Stand 2003). Jedes Fenster erhält eine einbruchshemmende Pilzkopfverriegelung, einen Flügelheber und eine Fehlbedienungssperre. Der Ug-Wert beträgt 1,0. Innenliegende Sprossen verschlechten sowohl die Wärmedämmung als auch den Schallschutz der Fenster. Der Schalldämmwert der Fenster wird ansonsten durch das Scheibengewicht (je schwerer, desto besser), den Aufbau (tiefer Glaseinstand) und den korrekten Einbau (Fugendichtheit) bedingt. Durch Verwendung zweier unterschiedlich dicker Glasscheiben im Isolierfenster wird der Schallschutz durch die unterschiedliche Eigenfrequenz der Scheiben deutlich verbessert. Weitere Verbesserungsmaßnahmen sind durch eine spezielle Gasfüllung und eine innere Scheibe, die aus vielen dünnen Einzelscheiben besteht, möglich.
U-Wert und Schalldämmwert jedes einzelnen Fensters sollte man sich durch den Fensterbauer schriftlich nachweisen lassen.
Hat man farbige Fenster bestellt, so sollte man vor dem Einbau die Farbkorrektheit überprüfen. Idealerweise hat man sich bei der Bestellung der Fenster zu diesem Zweck ein Farbmuster aushändigen lassen.
Thermisch bedingte Maßänderungen der Fenster (vor allem Kunststofffenser sind gefährdet) sind konstruktionsbedingt vermeidbar, wenn entsprechende Dehnungsbereiche vorhanden sind. Ansonsten schließen die Fenster/Türen im Winter nicht richtig und im Sommer klemmen sie.
Bei Holzfenstern tritt gelegentlich Fäulnisbildung auf, wenn zu feuchtes Holz bei der Herstellung verarbeitet wurde. Wird das Holz nicht imprägniert, kann es zu Pilzbefall kommen. Wenn die Fruchtkörper (Pilzschirme) sichtbar werden, hat der Pilz sein Zerstörungswerk im Inneren des Holzes bereits weitestgehend beendet.Einbruchhemmung
Durch ein Zylinderschloss mit Abdeckklappe an Haus- und Nebeneingangstüren wird verhindert, dass der Schließzylinder einfach mit einer gehärteten Stahlschraube angeschraubt und herausgezogen werden kann.
Bei den Fenstern sind Pilzkopfverriegelungen sinnvoll; außerdem gibt es einbruchhemmende Verglasungen.Fenstereinbau
Fenster müssen von innen luftdicht, von außen schlagregendicht verbaut werden. Dabei muss der Einbau innen noch dichter als außen erfolgen, damit es nicht zur Tauwasserbildung im Anschlußbereich der Fenster kommt. Sowohl die innere als auch die äußere Abdichtungsebene müssen so ausgeführt werden, dass anfallende Feuchtigkeit nach außen abdiffundieren kann. Daher muß der Dampfdiffusionswiderstand der inneren Dichtebene möglichst viel höher sein als der der äußeren. Die Gebrauchstauglichkeit eines Fensters steht und fällt mit der Anschlussausbildung!
- Der Einbau läuft folgendermaßen ab:
- Die Fenster müssen so genau in die Mauerwerksöffnungen hineinpassen, dass der Rahmen gegen das Mauerwerk schlägt oder es überdeckt. Bereits 5 cm Platz rundum sind als katastrophal anzusehen. Für den Schallschutz ist eine möglichst kleine Fuge und eine möglichst große Überdeckung des Rahmens durch Mauerwerk nötig. Im Prinzip muß das Mauerwerk einen kleinen Vorsprung haben, hinter den von innen das Rahmenprofil des Fensters gesetzt wird. Zwischen diesem Vorsprung un dem Rahmen muss ein Kompriband (Moosgummiband?) eingebaut sein (also im Prinzip vorne außen am Fenster) - siehe nächster Punkt.
Das Kompriband wird auf dem Fensterrahmen befestigt.- Die Fenster werden zuerst durch Holzklötzchen gestützt lot- und waagerecht ausgerichtet.
Erst dann erfolgt die Montage mittels Metallverbindern an der Rohbauwand. Diese Metallverbinder dürfen nicht vom späteren Innenbereich in den Außenbereich laufen, da es sonst zu feuchten Flecken oder Tauwasserbildung auf der Innenwand kommt. Es werden i.d.R. normale Montageschrauben verwendet. Bei Kunststofffenstern sollte etwa alle 70 cm eine Befestigung erfolgen; an Ecken sollte die erste Befestigung einen Abstand von 15 cm zur Ecke haben.- Ist das Fenster fixiert, wird der Zwischenraum gefüllt. Die Fuge an der Rahmenseite kann durch einen Dichtstoff (trockene! -sonst Schimmelbildung- Mineralwolle, sehr fest eingestopft und dadurch frei von Luftblasen), ein imprägniertes Schaumstoffkunststoffband oder Dichtfolie abgedichtet werden. Auch hier ist wieder darauf zu achten, dass keine Wärmebrücken z. B. durch Fehlstellen, entstehen.
Schaummontagen entsprechen nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln und dem Stand der Technik! Der Bauschaum fällt nach wenigen Jahren bereits in sich zusammen und es entstehen Hohlräume. Schaum bietet als Fugenmaterial keinen Schallschutz! Mineralfasern sind wasserabweisend. Im Gegensatz zum wassersaugenden Schaum wird die Gefahr der Wärmebrückenbildung aufgrund durchnäßter Dämmstoffe gemindert. Sie zersetzen sich nicht durch UV-Einstrahlung und durch Feuchteeinwirkung und haben gegenüber Schäumen eine bessere Wärmedämmwirkung. Das ist in der Fensterfuge besonders bedeutsam, da diese immer eine Wärmebrücke darstellt. Für Fenster- und Türenbauer sowie Montagefirmen gilt, dass eine vom Regelfall der neuen DIN 18355 abweichende Ausführung der Dämmung z. B. mit Montageschaum in jedem Fall ausdrücklich und schriftlich mit dem Auftraggaber zu vereinbaren ist. - Innen muss ein Anschluss an die Folie, die von den Maurern angebracht wurde, erfolgen. Diese darf übrigens nicht rinnenförmig durchhängen, da sich in ihr sonst Wasser sammeln würde.
- Die Innenfuge kann mit Silikon o. ä. ausgebildet werden, um eine Versiegelung zu erreichen.
Nach dem Einbau sollte man jedes Fenster kontrollieren:- Öffnungsrichtung, Öffnungsart, etc.
- Das Fenster muß bereits von außen schlagregendicht sein, bevor die Außenfensterbänke angebracht werden! Diese Dichtigkeit darf nicht mit Silikon hergestellt worden sein, da das Material nicht lange hält. Nach Einbau der Außenfensterbänke ist Silikon aus optischen Gründen jedoch verwendbar.
- Mit der Wasserwaage lässt dich der lot- und waagerechte Einbau kontrollieren.
- Nach dem Justieren muss der Öffnungsflügel des Fensters in jeder Position stehen bleiben! Der Schließmechanismus darf nicht haken, der Flügel nicht am Rahmen streifen.
- Die Außenfensterbank muss ein Gefälle nach außen hin besitzen. An Gauben muss das Blech, das als Außenfensterbank dient, so hoch geführt werden, dass es in eine Aussparung an der Fensterrahmenunterseite hineinreicht. Zusätzlich sollte noch eine Rückbiegung vorhanden sein. Natürlich muss das Blech auch seitlich an den Fenstern "wannenförmig" hochgeführt werden. Durch diese Maßnahmen soll verhindert werden, dass Regenwasser eindringen kann. (Weitere Infos siehe unten: Fensterbänke)
- Vor der Abnahme sollten die Scheiben geputzt sein, damit man selbst kleine Beschädigungen am Glas erkennen kann. Aber ein absolut fehlerfreies Glas muss nicht geliefert werden: Kratzer, die die man bei normalem Betrachtungsabstand von 1 m vor diffusem Hintergrund nicht sieht, sind nicht rügenswert. Kratzer in Nebenzonen der Scheibe (z. B. die rechte Ecke eines Oberlichts, wo man normalerweise nicht hinschaut), können ebenfalls hinzunhehmende Mängel sein.
Der Scheibenzwischenraum darf weder beschlagen noch verschmutzt sein! Dies wäre ein Hinweis darauf, dass die Isolierverglasung defekt ist. Ein solcher Mangel kann übrigens auch direkt bei der Glashütte, die die Isolierverglasung hergestellt hat, (unter Übergehung des Glasers) angemeldet werden: vom Herstellungsdatum an (das zwischen den beiden Scheiben eingestanzt ist) dauert die Gewährleistung der Hütte 5 Jahre.
Alle Rahmenteile sollten auf Kratzer und Beschädigungen genauestens überprüft werden. Dabei kann man direkt darauf achten, ob alle Lippendichtungen in die Öffnungsflügel eingebaut wurden. Sie sollen so straff sitzen, dass sie rundum in gleichmäßiger Weise unter Zugspannung stehen. Stichprobenartig sollte man auch einaml die Verglasung öffnen, um die Klotzung zu kontrollieren: beim Dreh-Kippflügel müssen unten 2, an der Scharnierseite 2 und an der Ecke oberhalb des Griffes ebenfalls zwei Klötze vorhanden sein. Diese Klötze sollten rechteckig sein und im Abstand einer Klotzbreite von der Glasecke entfernt liegen. - Typische Produktionsfehler bei PVC-Fenstern führen zu einem Aufplatzen der Kunststoffprofile in Nähten oder in deren Nähe. Ursache kann ein zu hartes Aufsetzen beim Transport (Übergang von der Schweißnaht zum Material vorhanden), falsche Temperatur beim Zusammenschweißen der Profile (nur Schweißnaht betroffen) oder das Hineinzwängen von Scheiben. Falsche Reinigungsmittel führen am PVC-Fenster zu irreparablen Schäden. Eine spezielle Politur schützt die Oberfläche vor Bewitterung.
- Spätestens mit der Rechnung muss der Fensterlieferant/Monteur dem Bauherrn/Nutzer die Wartungsanleitungen für die Fenster übergeben und auf diese Wartungsanweisungen ausdrücklich hinweisen. Fehlende Wartung kann zur Zerstörung der Beschläge führen bis hin zur Zerstörung der Flügel und Rahmen.
Weiterführende Links:
Fenster richtig anschließen (nach DIN)
www.Fensterberater.deFensterbänke
Vor der Montage der Innenfensterbänke muß unter den Fenstern ca. 2 cm stark gedämmt werden, um Wärmebrücken zwischen Innen- und Außenfensterbank zu vermeiden.
Der Übergang vom Fenster zur Fensterbank bzw. zur Rohbauwand muß dicht ausgeführt werden, damit kein Wasser eindringt. Der riskanteste Bereich ist der Übergang zwischen Fensterlaibung und Fensterbank (siehe auch oben unter Fenstereinbau - Kontrolle).
Die Außenfensterbänke müssen ein Gefälle nach außen haben. Fensterbleche sollten eine Neigung von mind. 5 Grad haben mit einer bei der fertigen Fassade 3-4 cm vorstehenden Tropfkante; sie müssen dicht und mit ausreichenden Dehnmöglichkeiten durch den Einbau von Dichtstoffen am Wandanschluß eingebaut werden. Eine 1,25 m lange Fensterbank hat z. B. eine Längenänderung von 2,125 mm, die durch die Fuge ausgeglichen werden muß. Das Fugenmaterial kann aber nur 25% seiner Dicke als Längenänderung ausgleichen, muss also an jeder Seite mind. 4,24 mm dick sein. Ist dies nicht gegeben, so führt die regelmäßige Kontrolle und Nachbearbeitung der Fugen zu einem Mangel: Die Gebrauchstauglichkeit ist herabgesetzt.
Bei der IBG werden bei verklinkerten Häusern die Außenfensterbänke als Rollschichten aus dem Klinker erstellt. Der Anschluss Sohlbank/Fensterprofil wird elastisch versiegelt (Wartungsfuge).
Besonders problematisch ist die Vermeidung von Feuchteschäden im Bereich von Terrassen und Balkonen. Als Anschlusshöhe sind hier nach DIN 18195, Teil 5, mindestens 15 cm erforderlich. Drainroste stellen die einzige Möglichkeit dar, eine nahezu schwellenlose Ausführung der Türen gemäß DIN 18025, Teil 2 ("Barrierefreie Wohnungen") zu ermöglichen. Weiteres hierzu in den Tipps zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit.Rolladen
Vor dem Einbau sollte man die Farbe der Rolladen prüfen.
Die Rolladenkästen müssen ebenso sorgfältig dicht eingebaut werden wie die Fenster (siehe oben: Fenstereinbau). Die Rolladenschiene muss so eingefügt werden, dass keine feuchtigkeitsanfälligen Übergangsstellen entstehen. Der Rolladen darf weder zu wenig (klemmt) noch zuviel Spiel (kann aus der Schiene springen) beim Laufen in den Rolladenschienen haben und sich ohne Probleme bedienen lassen. Er muss in jeder Stellung zu arretieren sein und darf beim Aufwickeln nicht an der Dämmung streifen. Jede Lamelle muss absolut waagerecht verlaufen, die Gurtbänder senkrecht. Haben die Lamellen zuviel Spiel, dann klappern sie bei Wind. Sie müssen gegen seitliches Verschieben gesichert sein, damit sich der Rolladen nicht bei Bedienung verhakt. Damit Rolladen eine Verbesserung des Wärmeschutzes der Fenster bewirken, müssen sie dicht schließen und dadurch eine ruhende Luftschicht erzeugen.
Rolladen sind reparaturanfällig. Der Rolladenkasten sollte daher durch einfache Revisionselemente gut zugänglich sein. Sowohl Rolladenkasten als auch Revisionsklappe müssen wärmegedämmt sein (Prüfzeugnis: U-Wert kontrollieren).