Bauen mit der IBG - Tipps


Tipps zu Arbeiten am Flachdach
(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)


Allgemeine Hinweise
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Aufgaben des Bauleiters
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Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Richtlinien für die Planung und Ausführung von Dächern mit Abdichtungen (Flachdachrichtlinien)

    Arbeitsschritte und Kontrollen

  1. Warmdach, Kaltdach, Umkehrdach

    Eine wärmededämmtes Flachdach ohne Luftschicht bezeichnet man als Warmdach, ein Dach mit zusätzlicher Luftschicht (und Windbewegung in derselben) oberhalb der Wärmedämmung als Kaltdach. Beim Umkehrdach liegt die Abdichtung unter der Wärmedämmung, ansonsten immer oberhalb.

    Weist die verlegte Dämmung Spalten auf, kommt es nicht nur zu einer Wärmebrücke, sondern die nicht unterstützte Abdichtung verwölbt sich, wird zerstört und Undichtigkeiten entstehen (s. auch unter "Abdichtung").
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  3. Abdichtung

    Bereits bei der Planung sollte darauf geachtet werden, dass die Dachfläche möglichst einheitlich ohne Durchdringungen oder Sprünge, die beide später zu viel Ärger führen können, angelegt wird.

    Die Abdichtung kann mit Bitumenbahnen (bei Erneuerung teurer Sondermüll) oder Folien (die ggf. bitumenverträglich sein müssen) erfolgen. Teerpappe ist für Gebäude mit langen Standzeiten ungeeignet.

    Die Abdichtung mit Bitumenbahnen ist erst dann erfolgreich, wenn sie mehrlagig (dreilagig) erfolgt.

    Eine Folie kann die Dichtigkeit des Daches nur dann gewährleisten, wenn sie vor mechanischer Beschädigung geschützt wird: unter die Folie gehört daher eine Schutzbahn, die Unebenheiten im Untergrund ausgleicht. Wird auf der Folie weitergebaut, dann muss sie auch von oben durch eine Schutzbahn geschützt werden - sind keine weiteren Aufbauten geplant, kann die Folie auch der Bewitterung ausgesetzt werden. Ist dagegen eine deutliche mechanische Belastung der Folie zu erwarten, müssen Bautenschutzmatten verlegt werden (am besten stärker, als die vorgeschriebene Mindestdicke). Manche Folien schrumpfen nach dem Verlegen und müssen daher im Randbereich auf Verbundblechen aufgeklebt werden (sonst spannt sich die Folie).

    Bei kalter Witterung ist die Verlegung bituminöser Bahnen problematisch. Die Bahnen müssen "warm" sein (Aufbewahrung in beheizten Räumen oder Vorwärmung). Ein zusätzliches Problem ist die Verklebung der Bahnen auf der Unterkonstruktion - gelingt diese nicht ausreichen, wird die Abdichtung weggeweht.

    Fugen in der Konstruktion, auf der die Abdichtung ausgebracht wird, zerstören die Dichtungsbahnen, da sie für eine freischwebende Überbrückung ungeeignet sind (Ausfaltungen, Zerstörung).
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  5. Randbereich

    Als Brand- und Spritzwasserschutz wird im Randbereich des Daches eine Kiesschüttung aufgebracht. Dabei ist darauf zu achten, dass der Kies nicht vom Wind heruntergeweht werden kann. Gehwegplatten als Randbelastung sind ebenfalls möglich.

    Die Abdichtung muss im Randbereich 15 cm ob Oberkante der Kiesebene hochgezogen werden.

    Die Abdeckbleche müssen ein deutliches Gefälle nach innen haben.
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  7. Gefälle und Abläufe

    Die Abläufe sollten die tiefsten Punkte des Daches sein, damit keine Pfützen entstehen. Das Flachdachs muss ein entsprechendes Gefälle haben, damit das Wasser zu den Abläufen geleitet wird. Durch entsprechenden Zuschnitt der Dämmung ist dieses Gefälle unproblematisch herzustellen. Kleine Wasserpfützen, die beispielsweise an Nähten entstehen können, sind aber toleriebar. Pfützen bergen im Winter die Gefahr, dass sie beim Gefrieren die Dachhaut zerreissen, im Sommer dagegen bewirken sie eine gegenüber dem Umfeld veränderte Erwärmung der Oberfläche, die wiederum zu Spannungsrissen führen kann. Auch fördert vermehrte Feuchtigkeit den Pflanzenwuchs, was wiederum zu Schäden an nicht durchwurzelungssicheren Abdichtungen führt.
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  9. Verwitterung

    Durch Umwelteinflüsse verwittern die oberen Schichten der Dachabdichtung im Laufe der Zeit. Die zeigt sich z. B. darin, dass das Gewebe sichtbar wird. Auch unregelmäßig geformte gewölbte Anrisse deuten darauf hin, dass die Dachhaut abgenutzt ist.

    Blasen entstehen, wenn Wasser in feine Risse der obersten Abdichtungsbahn eindringt, verdampft und dadurch die Bahn anhebt. Als Notfallmaßnahme kann man die Blasen aufschneiden und neu verkleben, aber letztendlich muss eine neue oberste Abdichtungsschicht eingebaut werden.
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  11. Gründach

    Durch ein Begrünung wird die Abdichtung vor UV-Strahlung und hohen Temperaturschwankungen geschützt. Problematisch ist jedoch der Bewuchs: Wurzelschutzbahen verhindern Schäden an der Abdichtung. Schwachstellen sind dabei die Klebestellen, an denen die Wurzeln horizontal einzudringen versuchen. Abschlüsse, Anschlüsse und Druchdringungen müssen besonders sorgfältig ausgeführt werden; neben der Abdichtung muss auch die Schutz- und Wurzelschutzschicht an den Einbauteilen hochgeführt werden oder diese Stellen werden nicht bepflanzt und von einem ca. 25 cm breiten Grobkiesschicht umgeben.

    Deutlich dimensionierte Schutzmatten verhindern, dass intensiv begrünte Dachflächen durch gärtnerische Tätigkeiten beschädigt werden.

      Der Schichtaufbau begrünter Dachflächen ist folgendermaßen:
    • Schutzschicht/Trennschicht über der Abdichtung
    • Wurzelschutzschicht
      in Form von Kunststoffbahnen oder Metallfolien (die bereits als Metalleinlage in der Abdichtung vorgesehen sein können)
    • Drainageschicht
      nimmt überschüssiges Niederschlagswasser auf, um es abzuleiten oder zu speichen; besteht aus Grobkies, Blähton, Drainageplatten, Formteilen oder Fadengeflechtsmatten
    • Filterschicht
      verhindert, dass Feinteile in die Drainage eingeschwemmt werden
    • Vegetationsschicht
      aus Boden, Substraten oder Vegetationsplatten
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