(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)
Allgemeine Hinweise
Die vorliegenden Hinweise beziehen sich insbesondere auf eine Erdgas-Heizungsanlage mit Fußbodenheizung. Fußbodenheizungen sind träge, d. h. es dauert länger, um einen Raum zu erwärmen als bei der Verwendung von Heizkörpern. Durch Fliesenbeläge lässt sich diese Trägheit etwas reduzieren, da Fliesen eine hohe Wärmeleitfähigkeit besitzen.
Aufgaben des Bauleiters
Die Anwesenheit des Bauleiters ist bei kritischen Phasen erforderlich. Es muss eine Kontrolle der mangelfreien Erstellung der Leistung durch den Bauleiter erfolgen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn die erbrachte Leistung später nicht mehr kontrolliert werden kann, weil sie von anderen Bauteilen verdeckt ist. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Abdichtungsarbeiten gegen Feuchtigkeit und im Hinblick auf den Wärmeschutz. Der Bauleiter muss daher sorgfältig prüfen, ob der Monteur bei der Rohinstallation die vorgeschriebenen Dämmstoffdicken verwendet hat. Er muss auch prüfen, ob der richtige Brenner geliefert wurde.
Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Schallschutz: DIN 4109, wobei die DIN nicht mehr dem anerkannten Stand der Technik entspricht. Dies gilt ganz besonders dann, wenn Bauteile konstruktiv einen höheren Schallschutz gewährleisten würden, aber durch mangelhafte Ausführung lediglich ein Schallschutz nach DIN erreicht wird.
Dämmung von Heizung und Warmwasserleitungen: Energieeinsparverodnung
Planung Fußbodenheizung
Heizestriche (Fußbodenheizung im Estrich) benötigen ab einer bestimmten Größe Bewegungsfugen. Gibt es mehrere Heizkreise in einem Raum, so erhält jeder ein eigenes Estrichfeld. Die einzelnen Felder sind durch Bewegungsfugen voneinander abgegrenzt, da unterschiedliche Temperaturen sonst zu Spannungen führen würden. Diese Fugen dürfen nicht mit Spachtelmasse gefüllt (verhindert Bewegung des Estrichs) oder mit starren Bodenbelägen bedeckt (Fliesen brechen) werden!
Für die Planung bedeutet das, dass man im großen Wohnzimmer sehr genau auf die Lage der Heizkreise achten sollte, sonst durchzieht später eine Dehnungsfuge an ungünstiger Stelle den Wohnraum.
Prinzipiell kann man eine Badewanne auf dem Estrich oder dem Rohfußboden aufstellen. Nachteilig bei Aufstellung auf dem Rohfußboden ist die erhöhte Sturzgefahr bei Verlassen der Badewanne, die Abdichtung ist schwieriger (Wasser läuft dem Gefälle folgend gerne unter die Wanne) und der Schallschutz schlechter (die Wannenfüße stehen direkt auf der Betondecke, der Schall wird in Nebenräume und darunter liegendes Geschoß übertragen).
Eine Verlegung der Fußbodenheizung unter der Badewanne ist kritisch, da sich die Gefahr von Spannungsrissen im Estrich erhöht.
In jedem Geschoss sollte es einen separaten Heizkreisverteiler geben, dessen Lage man mit dem Monteur absprechen sollte.Planung Warmwasserbereitung
Ist eine zentrale Warmwasserbereitung geplant, so sollte man das System so konzipieren, dass später eine Anschlussmöglichkeit an andere Wärmequellen - z. B. eine Wärmepumpe - möglich ist.
Wird das warme Wasser durch den Heizkessel erzeugt, so werden manchmal während der Heizperiode zu niedige Raumtemperaturen bemängelt, wenn der Heizkessel zu gering dimensioniert wurde. Eine zentrale Warmwasserbereitungsanlage mit Zirkulation sollte im Übrigen über eine Zeitschaltuhr verfügen, um die Pumpe bedarfsgerecht zu schalten.Energiebedarf - Beispiele
Man sollte vom Heizungbauer eine Überschlagsrechnung des jährlichen Energieverbrauchs der Heizungsanlage fordern, um zu überorüfen, ob die Anlage effektiv und kostengünstig arbeiten wird. Liegt der Nutzungsgrad, der auf Basis des Brennstoffs ermittelt wird, bei mehr als 100%, so liegt das daran, dass die auch schlummernde Energieanteile, z. B. die Kondensationswärme der Abgase, genutzt werden.
Dem Wärmebedarfnachweis (Energiebedarfsausweis) des Hauses lässt sich entnehmen, wie hoch der rechnerische Endenergiebedarf kWh/(m2a) (= Bedarf je m2 Wohnfläche im Jahr) ist. Dabei entsprechen 150 kWh 18 m3 Gas bzw. 18 l Öl.
Annahme: Endenergiebedarf 90 kWh/(m2a)
Formel: Endenergiebedarf*18/150
<=> Bedarf an 10,8 m3 Gas oder 10,8 l Öl je m2 Wohnfläche
Annahme: 130 m2 Wohnfläche, 1.800 m3 Gasverbrauch im Jahr
Formel: Gasverbrauch/Wohnfläche
<=> spezifischer Brennstoffverbrauch von 13,8; grenzwertig
Annahme: Haus benötigt 70 W/m2 Wohnfläche, 130 m2 Wohnfläche
Formel: benötigte Energie * Wohnfläche/1000
<=> Wärmebedarf von 9,1 kW; Kessel muss mindestens 10 kW leisten, ohne Warmwasser!
Annahme: Haus benötigt 90 W/m2 Wohnfläche, 130 m2 Wohnfläche
Formel: benötigte Energie * Wohnfläche/1000
<=> Kessel muss mindestens 12 kW leisten, ohne Warmwasser!
Generell sollte eine mit Warmwasserversorgung gekoppelte Heizung mindestens 18 kW haben, damit warmes Brauchwasser schnell zur Verfügung steht. Eine Überdimensionierung führt bei einem neuen Heizkessel nur zu einem unwesentlichen Mehrverbrauch.- Je nach Energiebedarf unterscheidet man folgende Haustypen
- Niedrig-Energiehaus: bei 120 - 250 m2 WFL beträgt der Jahresprimär-Energiebedarf (Brennstoff und sämtliche Energie, die für Herstellung bzw. Transport des Brennstoffs nötig ist) etwa 100 - 130 kWh/(m2a)
- Passiv-Energiehaus: etwa 20 - 40 kWh/(m2a)
Rohmontage
Bei der Rohmontage werden sämtliche Leitungen verlegt. Bei Fußbodenheizungen erfolgt zudem noch die Installation des Heizkreisverteilers und der Heizkreise in den Räumen. Wenn der Heizungsbauer die Heizschleifen verlegt, sollten keine weiteren Firmen auf der Baustelle tätig sein, damit die Leitungen nicht aus Unachtsamkeit beschädigt werden. Im Anschluss sollte umgehend der Estrich verlegt werden.
Sämtliche Leitungen sollten an ihren Abzweigen von den Heizkreisverteilern gekennzeichnet sein, damit eine Leitung im Bedarfsfall schnell gefunden und abgesperrt werden kann.
- Feuchtigkeitsschutz: Bei Flächen, die an das Erdreich angrenzen, sind zuerst Abdichtungsmaßnahmen von Fachfirmen durchzuführen.
- Wärmeschutz: Der Bauleiter muss sorgfältig prüfen, ob der Monteur die vorgeschriebenen Dämmstoffdicken verwendet hat. Rohrleitungen zwischen Wärmeerzeuger und Wärmeabgabefläche müssen gedämmt werden (Dämmstoffdicke wird in der EnEV vorgegeben). Die Heizkreise werden meist auf Systemplatten verlegt, aber häufig ist deren Dämmung nicht ausreichend, so dass zusätzliche Wärmedämmplatten verlegt werden müssen.
- Schallschutz: Befestigungselemente müssen mit schallgedämmten Einlagen versehen sein. Bei der Durchführung von Leitungen durch Wände oder Decken müssen die Rohre ummantelt sein und dürfen keinen direkten Kontakt mit dem Beton oder Mauerwerk haben. Liegen hier Mängel vor, so machen sie sich später oft als Knackgeräusche bemerkbar (entstehen durch thermisch bedingte Längenänderungen der Rohre).
- Prüfung: Vor der Verlegung des Estrichs muss unbedingt eine Dichtheitsprüfung sämtlicher Leitungen erfolgen. Dazu wird ein Druckmesser eingebaut, die Leitungen werden gefüllt und unter Druck gesetzt. Das Protokoll dieser Messung sollte man sich unbedingt aushändigen lassen.
Sind in Räumen mehrere Heizkreise vorgesehen, so sollte man prüfen, ob die Leitungen auch entsprechend den Vorgaben verlegt wurden. Dabei sollte auch der Abstand zwischen den Heizleitungen nachgemessen werden: Z. Bsp. vor Fenstertüren werden die Heizschlangen üblicherweise dichter verlegt.
Fertigmontage
Der Bauleiter muss prüfen, ob der richtige Brenner geliefert wurde.
- Schallschutz: Der Heizwärmeerzeuger muss schallentkoppelt montiert werden, soweit es bei der gewählten Anlage notwendig ist. Eventuell sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um eine Schallübertragung beim Betrieb der Heizungsanlage zu vermeiden.
- Abnahme: Die Heizungsanlage sollte vom Schornsteinfeger zuvor abgenommen worden sein.