(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)
Allgemeine Hinweise
Der Innenputz wird nach der Rohmontage der Haustechnik aufgebracht. Die Decken werden von der IBG nicht verputzt; die Fugen der Filigrandecken muß der Bauherr in Eigenleistung verspachteln. Gips darf nicht in direktem Kontakt mit unedlen Metallen (Eisen, Stahl) kommen, da dies zu einer Korrosion des Metalls führt.
Der Innenputz eignet sich nicht dafür, Schäden am Mauerwerk zu vertuschen - es wird zu Rissen kommen. Das gleiche gilt für den Fall, dass ungeeigneter Mauermötel verwendet wurde.
Aufgaben des Bauleiters
Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Ebenheitstoleranzen: DIN 18202
Putztypen
Gipsputz wird durch Maschinen auf die Wände aufgespritzt und dann von Hand geglättet. In Feuchträumen muß anstelle des Gipsputzes ein Zementputz verwendet werden.Vorarbeiten
Alle Leitungen sollten kontrolliert und ihre Lage fotografiert werden. Elektroleerdosen müssen zugedeckelt sein.
Stark saugende Flächen müssen grundiert werden, damit dem frischen Putz nicht zuviel Feuchtigkeit entzogen wird. Zu glatter Untergrund muß aufgerauht werden. Dann werden die verzinkten Eckprofile an Fensterlaibungen, Außenecken und Unterzügen angebracht. Dabei werden zugleich Unebenheiten des Rohbaumauerwerks ausgeglichen, was natürlich stellenweise dickere Putzschichten zur Folge haben kann.
Um spätere Rissbildungen zu vermeiden, wird im Bereich von Materialübergängen Streckmetall oder Kunststoffgewebe angebracht. Das gilt auch dort, wo Wandanschlüsse nicht verzahnt gemauert wurden und im Übergangsbereich Trockenbau zu Putzfläche. Dort, wo später Fliesen an der Wand angebracht werden sollen, muß durch zusätzliche Einputzschienen eine größtmögliche Ebenheit der Wand vorbereitet werden. Es muss allerdings beachtet werden, dass nur hochwertig verzinktes Material verwendet wird, damit es nicht durch Rostbildung zu Rissen in Putz und Fliese kommt.
Betonflächen müssen ausreichend Zeit zum Abbinden gehabt haben, da sonst der Putz später wieder herabfällt.Verputzen
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt darf nicht verputzt werden.
Im Anschlussbereich zum Trockenbaus hin, müssen die auf dem Mauerwerk angeklebten (z.B. mit Primur von der Fa. SIGA) überlappenden Streifen der Dampfbremse mit eingeputzt werden. Um dauerhafte Luftdichtheit zu garantieren, ist bei der Verlegung der Dampfbremse darauf zu achten, daß eine genügend große Schlaufe angeordnet wird, damit Materialspannungen abrißfrei verkraftet werden. Der später aufgetragene Putz wird durch eine Fuge (Kellenschlag) vom Gipskarton getrennt. Durch die so geschaffenen Bewegungsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Bauteile (Mauerwerk, Dachstuhl mit Trockenausbau) werden Putzrisse bzw. Abplatzungen größerer Putzteile vermieden. Die Kellenschlag-Fuge kann mit Acryl dauerelastisch verschlossen werden.
Die Luftdichtigkeit der Außenwände wird bei Porenbeton erst durch den Putz erreicht. Außenwände müssen deshalb lückenlos bis zum Fußboden hin verputzt werden.
Durch das Einarbeiten eines Putzträgers (vgl. Vorarbeiten) werden spätere Risse bei Materialübergängen vermieden.
Das verwendete Bauwasser muss natürlich sauber sein. Decken werden ggf. vor Wänden verputzt. Die Putzstärke liegt bei ca. 15 mm, kann aber bedingt durch einen unebenen Untergrund auch 3 - 4 cm betragen. Reste und verschmutztes Wasser dürfen nicht über die Kanalisation entsorgt werden, sondern müssen vom Unternehmer beseitigt werden.Trocknung
Der frische Putz darf nicht zu schnell austrocknen. Es sollte daher nicht übermäßig gelüftet und u. U. für Sonnenschutz gesorgt werden. Als Faustregel gilt als Austrocknungszeit je mm Stärke ein TagKontrolle
Die Eckschutzschienen müssen waagerecht und senkrecht angebracht sein (Wasserwaage). Auch die verputzen Wandflächen sollten mit der Wasserwaage und Richtlatte kontrolliert werden. Unebenheiten lassen sich durch Sichtkontrolle bei Kunst- und Tageslicht leichter finden.
Risse könnnen verschiedene Ursachen haben, z. B. Setzungen, Wärmedehnung, starke Erschütterungen, unterschiedliche Putzgründe. Rein putzbedingte Risse sind nur oberflächlich und setzen sich nicht unterhalb des Putzes fort. Haarrisse in begrenztem Umfang sind keine Mängel, da sie den technischen Putzwert nicht beeinträchtigen.