(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)
Allgemeine Hinweise
Bauschaum ist auch nach der Aushärtung als gesundheitlich bedenklich einzustufen. Eine Befestigung der Zarge ist jedoch auch rein mechanisch möglich.
Aufgaben des Bauleiters
Es muss eine Kontrolle der mangelfreien Erstellung der Leistung durch den Bauleiter erfolgen.
Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
DIN 18355: Tischlerarbeiten
DIN 18100: Wandöffnungen für Türen
DIN 18101: Türen für den Wohnungsbau
DIn 18103: Einbruchhemmende Türen
DIN 68706: Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen, Sperrtüren
DIN 4109: Schallschutz
Maßtoleranzen
Die Öffnung von Türelementen darf gemäß DIN 18202 nur um 12 mm von den Planungsmaßen abweichen. Sind die Leibungen bereits oberflächenfertig, darf die Abweichung nur noch 10 mm betragen.Türblätter
- Landhaustür: meist aus Massivholz
- Stiltür
- Einfache glatte Tür mit Deckschicht aus Hartfaser, Kunststoff oder furnierter Feinspanplatte und Wabenkern (die Wabeneinlagen erfüllen Schalldämmanforderungen nicht)
- Röhren-Spantür mit Spanplattenkern (Röhrenplatte): verbesserter Schallschutz
- Glastüren bestehen aus einer rahmenlosen Sicherheitsglas-Scheibe, werden in vielen Tönungen und Oberflächen-Mustern angeboten
- Schalldämm-Türen haben aufgrund ihres inneren Aufbaus gute schalldämmende Eigenschaften
- Feuerhemmende Türen sind für Heizungsräume oder Garagen vorgeschrieben, benötigen eigene Zargen; meist sind T30-Türen erforderlich (T30 = 30 min muss die Feuerschutzfunktion während eines Brandes gewährleistet sein)
- Wohnungs-Abschlußtüren sind besonders stabil und einbruchshemmend gemäß DIN V ENV 1627. Sie müssen im eingebauten Zustand einen Mindestschalldämmwert von von 27 dB aufweisen. Führen Sie direkt vom Flur oder Treppenhaus in den Wohnraum, sind die Anforderungen auf 37 dB im eingebautem Zustand erhöht (im uneingebauten Zustand muß der Schallschutz wert um das sog. Vorhaltemaß von 5 dB erhöht sein). Es sollten ausschließlich schallgeprüfte Elemente (Türblatt mit Zarge) zum Einbau kommen. Durch den Einbau von Türspionen minder sich übrigens der Schallschutz um ca. 3 dB.
Die übliche Breite von Wohnraum-Türen beträgt 860 mm. Türen mit Standardmaßen sind preiswerter. Wenn die baulichen Voraussetzungen gegeben sind, sollte man bauseitig grundsätzlich Standardmaße vorgeben:
Alle Maßangaben in mm Maueröffnungsmaße Lichte Durchgangsmaße Türblattmaße H x B 2005 x 635 2005 x 760
2005 x 885
1973 x 570 1973 x 695
1973 x 820
1985 x 610 1985 x 735
1985 x 860
Der Rechts- bzw. Linksanschlag einer Tür bezeichnet die Seite, auf der sich die Bänder befinden. Betrachtet wird die Tür dabei von dem Raum aus, in den sie hineinschlägt.
Allgemein gilt, dass schwerere Türen einen besseren Schallschutz bieten.Zargen
Die Türzargen sind die "Rahmen", in die die Türblätter hineingesetzt werden. Es gibt Zargen aus Holz bzw. Holzwerkstoffen oder aus Stahlblech. Auf der einen Seite der Zarge befinden sich die Türbänder, auf der Gegenseite ist das Schließblech, in das Falle und Schließriegel des Schlosses greifen.
Die Zargen müssen nicht nur der Größe der Wandöffnung entsprechen, sondern auch den differierenden Wandstärken und den nicht immer genauen Baumaßen. Daher sind sie für unterschiedliche Wandstärken zusätzlich um bis zu 30 mm verstellbar.
Türbeschläge
Der Abstand vom Schlüssel- zum Drückerloch ist genormt und bei allen Zimmertüren gleich. Die Befestigungslöcher unterschiedlicher Beschläge stimmen jedoch nur selten überein. Will man die Beschläge später wechseln, so müssen die neuen die Befestigungslöcher der alten überdecken.Lüftungsgitter
Bei fensterlosen Räumen muss bei den Türen entweder ein Gitter im unteren Bereich eingebaut werden oder das Türblatt muss einen größeren Abstand zum Boden haben (ca. 2 cm). Auf diese Art wird der Raum ausreichend belüftet.Einbau der Türen
Um die Umwelt und die Gesundheit zu schonen, sollte der Bauherr auf Schäume verzichten und statt dessen eine mechanische Befestigung wählen. Der gerne verwendete orangebraune Bauschaum versprödet nach wenigen Jahren und krümelt in sich zusammen. Es gibt keinen "hochwertigen" Bauschaum!
Hohlräume zwischen Zargen und Baukörper bei Wohnungsabschlusstüren sind mit Mineralfaserdämmstoffen vollständig auszufüllen (DIN 18355) und natürlich auch luftdicht, z. B. durch dauerelastische Fugenspritzmasse oder durch Anbringen vorkomprimierter Dichtbänder zwischen Zarge und Mauerwerk.
Vor dem Einbau der Tür im Neubau sollte die relative Luftfeuchte bestimmt werden. Die Türen sind bei der Herstellung auf eine relative Luftfeuchte von 30% ausgelegt, jedoch liegt die Luftfeuchte im Neubau oft bei ca. 80%. Durch die längerfristige Einwikung einer so hohen Luftfeuchtigkeit verzieht sich das Türblatt. Es kann daher sinnvoll sein, die Türen erst nach der ersten Heizperiode einzubauen, wenn die Baufeuchte reduziert ist (Empfehlung des Labores für Türentechnik in Rosenheim).
Stahlzargen
Eine Stahlzarge wird in einem Stück eingebaut. Zuerst wird der Metallrahmen in die Laibung gesetzt, dann angeputzt und der Zwischenraum mit Mörtel verfüllt. Stahlzargen müssen bereits vor dem Verputzen der Innenwände und vor dem Einbringen des Estrichs eingesetzt werden.
Holzzarge
Die Türzargen werden als Bausatz geliefert, der zuerst zusammengefügt werden muß. Vor dem Einbau in die Mauerwerksöffnung müssen ggf. lose Teile des Putzes entfernt werden. Das lichte Öffnungsmaß muß so groß sein, daß rund um die Zarge ca. 2 cm Platz ist, um die Zarge ausrichten zu können.
Schäume sind schon seit längerem in das Kreuzfeuer der Kritik besorgter Anwender geraten. In der Zeitschrift Öko-Test im Oktober 1998 kam man zu der Erkenntnis, dass alle 23 der getesteten Schäume auch nach der Aushärtung als gesundheitlich bedenklich einzustufen sind . Aber eine Befestigung ist notwendig, um ein Bewegen der Zarge beim Öffnen und Schließen des Türblattes zu verhindern. Statt mit Bauschaum kann die Zarge auch mechanisch im Mauerwerk befestigt werden:- Durch Filzstreifen unter der Zarge und Versiegelung der beim Aufstellen gebildeten Fuge zwischen Zarge und Boden (wichtig bei feucht zu reinigenden Böden) erhält man einen Abschluss, der Schallwellenübertragung und das Eindringen von Feuchte in die Unterseite der Zarge verhindert. Nachteilig ist, dass der Türspalt verhältnismäßig groß wird; ggf. muss daher die Zarge gekürzt werden.
- Die klassische Methode des Zargeneinbaus besteht darin, exakt ausgerichtete Montageklötzchen am Mauerwerk anzubringen, zwischen die dann die Zarge geschoben und mit denen sie verleimt wird.
- Einfacher ist es, die Zarge aufzustellen, auszurichten und mit Keilen unter dem Türsturz auf jeder Seite der Zarge exakt über den aufrechten Wangenstücken zu fixieren. Diese Keile werden nicht mehr entfernt!
Bei Wandstärken bis 14 cm unterfüttert man anschließend die Zarge, damit sie nicht durch das Andübeln verzogen wird und schraubt sie dann schräg durch den Falz auf beiden Seiten in Höhe des Schlosses und der Bänder fest. Entfernt man vorher die Dichtung und bohrt da, wo sie später wieder eingesetzt wird, sieht man die Schraubenköpfe nicht.
Bei größeren Wandstärken muss die andere Seite der Zarge ebenfalls befestigt werden, indem vor dem Einsetzen an der Zargenrückseite Metalllaschen angebracht werden, die ca. 20 cm überstehen. Diese werden umgeklappt, an der Wand angedübelt und später überputzt (ähnlich Eindrehankern bei der Fenstermontage). - Grundsätzlich muß die Zarge im Bereich der Beschläge und der Schließbleche druckfest hinterfüttert werden! Das Verfüllen des gesamten Hohlraumes zwischen Zarge und Mauerwerk mit geeigneten Dämmstoffen (z. B. Spritzkork oder Mineralwolle; Verbesserung des Schallschutzes) ist nur bei Wohnungsabschlußtüren Pflicht.
- Durch Schnüre aus Moosgummi, die sorgfältig zwischen Zarge und Mauerwerk gedrückt werden, wird die Tür gegen Schall und Zugluft abgedichtet.
Betrachtet man eine Zarge so von der Seite, dass die beiden Schenkel fast in Deckung miteinander sind, müssen sie parallel sein. Ansonsten sind die beiden Schenkel der Zarge gegeneinander verdreht.
Ein Streitfall zwischen Bauherr und Firma sind regelmäßig die ungleichmäßigen Spalten zwischen Bekleidungen und Wandoberfläche, die durch unterschiedliche Putzdicken oder nicht lotrecht stehende Wände verursacht werden können. Schlägt der Monteur die Bekleidung so tief wie möglich ein, daß diese zwar an der Wandoberfläche anliegt, zum Futter der Türzarge aber nun einen unregelmäßigen Verlauf zeigt, hat er ggf. einen Mangel bezüglich seines eigenen Gewerkes geschaffen.
Einbau von Türblatt und Beschlägen
Zwischen Türblatt und Zarge werden Dichtungen eingesetzt. Die Kunststoff-Bänder werden in die dafür vorgesehenen Fräsungen der Zarge gedrückt. Zuletzt werden die Beschläge montiert.
Kontrolle
Nach dem Einbau sollte man mit der Wasserwaage prüfen, ob Rahmen und Türen lot- und waagerecht montiert wurden. Der Luftspalt zwischen Blatt und Zarge darf an den aufrechten Seiten 2,5 mm nicht unter- und 6,5 mm nicht überschreiten (ergibt sich aus den Türblatt- und Zargenmassen der DIN 18101). Bei Schallschutztüren sollte man sich das Prüfzeugnis vorlegen lassen. Die Oberflächen von Türblatt und Rahmen müssen auf Kratzer geprüft werden und der Farbton von Türblatt und Zarge sollte übereinstimmen. Am Ende sollte man noch die Funktion von Tür, Falle und Schloß prüfen. Die Türen müssen sich vollständig öffnen und schließen lassen, ohne am Rahmen oder am Boden zu schleifen. Dabei sollen sie in jeder beliebigen Position stehen bleiben und sich nicht von selbst weiter öffnen oder schließen.Schallex
Ein Schallex ist eine ausfahrbare Absperreinrichtung, die sich beim Schließen der Tür automatisch auf den Boden senkt und so auch den Schall auffängt, der ansonsten unter der Tür hindurch entweichen würde. Das Schallex wird unten in das Türblatt eingebracht. Bei Wohnungseingangstüren sollte es auf jeden Fall eingebaut werden.