(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)
Allgemeine Hinweise
Verwendet man einen Warmwasserspeicher, so empfiehlt sich eine Zirkulationsleitung, damit das warme Wasser im Leitungssystem bewegt wird und nicht auskühlt. Dadurch spart man Trinkwasser bei leicht erhöhten Wassererwärmungskosten, hat aber auch einen höheren Komfort. Um der Kesselsteinbildung vorzubeugen, sollte die Warmwassertemperatur 60 Grad Celsius nicht überschreiten.
Aufgaben des Bauleiters
Die Anwesenheit des Bauleiters ist bei kritischen Phasen erforderlich. Es muss eine Kontrolle der mangelfreien Erstellung der Leistung durch den Bauleiter erfolgen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn die erbrachte Leistung später nicht mehr kontrolliert werden kann, weil sie von anderen Bauteilen verdeckt ist. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Abdichtungsarbeiten gegen Feuchtigkeit und im Hinblick auf den Wärmeschutz.
Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Schallschutz: DIN 4109, wobei die DIN nicht mehr dem anerkannten Stand der Technik entspricht. Dies gilt ganz besonders dann, wenn Bauteile konstruktiv einen höheren Schallschutz gewährleisten würden, aber durch mangelhafte Ausführung lediglich ein Schallschutz nach DIN erreicht wird.
Dämmung der Kaltwasserleitungen: DIN 19882
Dämmung von Heizung und Warmwasserleitungen: Energieeinsparverodnung
Planung
Lage und Anzahl der Revisionsöffnungen sollten besprochen werden, Außenanschlüsse für die Gartenbewässerung sollten einzeln absperrbar sein. An den Hoch- und Tiefpunkten von Steigleitungen sollten Entlüftungsventile bzw. Entleerungen vorgesehen werden. Jede Steigleitung sollte getrennt absperrbar sein. Auch der Versorgungsträger sollte vor und nach dem Wasserzähler einen Absperrhahn setzen, damit der Zähler ggf. leicht gewechselt werden kann.- Um die Reinigung verstopfter Rohrleitungen zu erleichtern, ist der Einbau von Reinigungsöffnungen in Form von Rohrendverschlüssen, Reinigungsverschlüssen oder Reinigungsrohren an folgenden Stellen der Entwässerungsanlage vorgeschrieben:
- in Grund- und Sammelleitungen (beim EFH sollte die Revisionsöffnung nahe der Grundstücksgrenze meist genügen)
- unmittelbar am Übergang einer Fallleitung in eine liegende Leitung (Grundleitung)
Durch WC-Spülkästen mit Zwei-Mengen-Spülung lässt sich der Wasserverbrauch mindern.
Kritisch sollte man die Einrichtungsvorschläge von Sanitärherstellern betrachten. Diese erfüllen oft nicht die Erfordernisse des Schallschutzes, haben einen hohen Reinigungsaufwand, führen u. U. sogar zu einer erhöhten Verletzungsgefahr oder sind der Grund für Bauschäden. Nachfolgend hierzu ein paar Beispiele:
- Schalenbecken oder aufgesetzte Becken, teilweise auch Flachwaschbecken
Bei zu flacher Schale spritzt mit kräftigem Strahl einströmendes Wasser über den Beckenrand. Übertropfendes Wasser bewirkt einen besonders hohen Pflegeaufwand, besonders bei Holzplatten unter dem Becken, die in Bezug auf Wasser sowieso sehr schadenanfällig sind. Schwachstellen sind insbesondere offene Holzfugen, die auf Gehrung geschnittenen Ecken und der Umleimer. Holz quillt, wenn es ständig mit Wasser benetzt wird - der vor Wasser schützende Lack reisst. Am Beckenaufstand bilden sich Kalkablagerungen. Diese können nur mit Haushaltsreinigern beseitigt werden, die die Lackierung einer Holzplatte oder Marmor zerstören. - Doppelduschen
Was ist, wenn mit unterschiedlicher Wassertemperatur geduscht werden soll? Intimpflege ständig vor den Augen des Partners? - offene Duschen
Spritzwasser benetzt alle möglichen Bereiche des Bades, so dass sich der tägliche Reinigungsaufwand sehr erhöht. - Duschen ohne Duschwanne
Hier muss eine besonders sorgfältige Abdichtung unter dem Bodenbelag erfolgen. Bei zu wenig Gefälle zum Ablauf verlässt das Wasser den Duschbereich... Auf Revisionsmöglichkeiten des Abflusses muss geachtet werden. - Holzböden, Parkettböden
Spritzwasser und Urinspritzer, die bei der täglichen Nutzung von Sanitärgegenständen unvermeidlich auftreten, sorgen für dauerhafte Geruchsbelästigungen. Auch ist die Rutschgefahr auf nassen Holzböden nicht unerheblich. Dauerhafte Feuchtigkeit ist ideal für die Besiedlung mit echtem Hausschwamm und weiteren pflanzlichen oder tierischen Schädlingen. - freistehende Wannen
Hier besteht kein Spritzwasserschutz für den umliegenden Badbereich. Es ist also angeraten, eine Bodenabdichtung gegen drückendes Wasser und einen Bodenablauf samt Gefälle einzuplanen. Das Aussteigen ohne Haltmöglichkeiten an einem Wannengriff wird zum Problem, besonders für ältere Menschen. Bei nicht ausreichender Verankerung der Wanne mit dem Fußboden besteht die Gefahr, dass die Wanne umkippt. - glatte, glänzende Bodenfliesen
Nicht nur im nassen Zustand besteht eine sehr hohe Ausrutschgefahr.
Schallschutz und Wärmedämmung
Sanitärschall darf laut DIN 4109 30 db(A) nicht übersteigen. es ist also auf ausreichende Schalldämmung zu achten. Alle Leitungen müssen schallentkoppelt an möglichst schweren Bauteilen befestigt werden (z. B. durch Rohrschellen mit Rillengummi, PU-Schaum hat hier nichts verloren!) und dürfen keinen Kontakt zu Decken oder Wänden haben (Schallbrücken). Bei den Entwässerungsrohren gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, die sich auf den Materialpreis auswirken. Leichte Abwasserrohre strahlen mehr Luftschall ab als schwere, d. h. es treten Strömungsgeräusche auf. Durch lückenlose Ummantelung der Rohre mit weichen Dämmstoffen kann der Schall gemindert werden.- Um Sanitärgeräusche auf einem niedrigen Schallpegel zu halten, sind keine teuren Maßnahmen notwendig. Wichtig ist, dass
- die Leitungsquerschnitte der Trinkwasserleitungen keine unzulässigen Fließgeschwindigkeiten ermöglichen
- der Wasserdruck auf 5 bar Ruhedruck begrenzt ist (evtl. Einbau eines geräuscharmen Druckminderes nötig)
- alle Absperrarmaturen im Betriebszustand voll geöffnet sind
- bei Abwasserleitungen starke Richtungsänderungen vermieden werden
- nur geräuscharme Armaturen verwendet werden, die strömungstechnisch günstig konstruiert sind
Armaturen der Gruppe I erzeugen weniger Lärm als die der Gruppe II. An Wänden zu Wohn- und Schlafräumen dürfen nur Armaturen der Gruppe I (max. 20 db(A)) eingebaut werden. Das Prüfzeichen auf der Armatur muss so angebracht sein, dass es auch nach dem Einbau noch sichtbar oder zumindest zugänglich ist.
Auch Waschbecken, WC's, Badewannen, Duschwannen usw. müssen schallentkoppelt montiert werden, indem ein Schalldämmband auf den Badewannenrand aufgeklebt wird und Aufstellfüße mit Schallschutzsystem verwendet werden, zwischen Waschbecken/Wandklosett und Mauerwerk gehört eine Schallschutzmatte und um Befestigungsschrauben eine Schallschutzhülse. Von einer Aufstellung auf dem Rohfußboden ist aus Schallschutzgründen abzuraten. Eine Vorwandinstallation ist für Sanitärobjekte und Leitungen schalltechnisch übrigens günstiger als eine Montage an/in der Wand. Die Fugen zwischen Sanitärobjekten und Fliesenspiegel werden mit Silikon dauerelastisch abgedichtet.
Warmwasserleitungen und Kaltwasserleitungen müssen isoliert werden: Warmwasserleitungen gegen Wärmeverluste (vorgeschrieben in der EnEV: z. B. mind. 20 mm Dämmschichtdicke bei einem Rohrinnendurchmesser von 22 mm; mind. 30 mm bei einem Rohrdurchmesser von 22 - 35 mm), Kaltwasserleitungen als Schutz vor Tauwasser (bei Verlegung auf dem Fußboden oder in Mauerschlitzen mind. 4 mm). Zusätzlich sollte die Warmwasserleitung über oder neben der Kaltwasserleitung liegen. Man sollte die Dicke der Rohrdämmungen aller Rohrleitungen prüfen. Als Wärmedämmstoffe haben sich Schaumkunststoffe (brennbar) und Mineralwolle (unbrennbar, bei größeren Anlagen bevorzugt) bewährt.Erdung
Kommen Metallgegenstände bzw. -rohre zum Einsatz, müssen Dusch- und Badewannen sowie das Leitungsnetz geerdet werden.Abdichtungen
In Nassräumen (wie Bädern) sind Abdichtungen an allen Leitungsdurchdringungen erforderlich, insbesondere, wenn gipshaltige oder hölzerne Baustoffe verwendet wurden (vgl. Tipps zu den Fliesenarbeiten). Auch nach dem Verfliesen angebrachte Duschstangen müssen abgedichtet werden. Dazu werden z. B. entsprechende Ringdichtungen vom Hersteller mitgeliefert - sie müssen dann nur noch fachgerecht montiert werden.Kontrollen
Vor dem Schließen der Schlitze bzw. dem Einbringen des Estrichs muss eine Dichtheitsprüfung durchgeführt werden. Das Protokoll sollte man sich aushändigen lassen. Sämtliche Leitungen sollten durchspült werden, auch die Entwässerungsleitungen. Man sollte die Lage aller Anschlüsse prüfen, insbesondere ob die Erhöhung durch den späteren Fußbodenaufbau berücksichtigt wurde. Die Warmwasserleitung sollte links die Kaltwasserleitung rechts an der Mischbatterie angeschlossen sein. Auch die Dicke der Rohrdämmungen aller Rohrleitungen muss überprüft werden. 90Grad-Winkel aus einem Stück sind bei Entwässerungsleitungen unzulässig, da sie leicht verstopfen und dabei auch nicht zu reinigen sind. Entsprechende Bögen müssen aus zwei 45Grad-Winkeln gesteckt werden. Wasserführende Leitungen sollten geradlinig verlegt werden, da Hoch- und Tiefpunkte durch Luftblasenansammlung zu einer erhöhten Korrosionsgefahr führen.