Bauen mit der IBG - Tipps


Tipps zur Sohle / Gründung / Bodenplatte
(von mir Gesammeltes und Angelesenes ohne Gewähr: Verbesserungstipps sind erwünscht)


Allgemeine Hinweise
Man sollte reichlich Fotos von allem anfertigen: Nahaufnahmen mit aufgelegtem Zollstock, Überblicksfotos.

Aufgaben des Bauleiters
Die Anwesenheit des Bauleiters ist bei kritischen Phasen erforderlich. Es muss eine Kontrolle der mangelfreien Erstellung der Leistung durch den Bauleiter erfolgen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn die erbrachte Leistung später nicht mehr kontrolliert werden kann, weil sie von Erdreich oder anderen Bauteilen verdeckt ist. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Abdichtungsarbeiten gegen Feuchtigkeit und im Hinblick auf den Wärmeschutz. Vor allem die Bewehrung und Durchstoßungspunkte der Bodenplatte durch Rohre sind vom Bauleiter vor dem Betonieren abzunehmen.

Bei diesen Arbeiten wichtige DIN-Normen
Abdichtung der Bodenplatte: DIN 18195, Teil 4
Betonieren: DIN 1045
Fundamenterder: DIN 18014 (DIN 18015)

    Arbeitsschritte und Kontrollen

  1. Immer wieder besonders wichtig: die Abdichtung

    Wird die Abdichtung gegen Feuchtigkeit (Bodenfeuchtigkeit, drückendes Wasser, Schichtenwasser, ...) nicht gemäß den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt (falsches Material, falsche Ausführung, unvollständige Ausführung), so liegt auf jeden Fall ein Mangel vor, auch wenn das Gebäude momentan dicht ist. Die Mangelbeseitigung kann ggf. den Rückbau bis zur Abdichtungsebene und die Neuerrichtung bis zum Bautenstand notwendig machen. Der Hintergrund dieser Forderung ist, dass das Gebäude nicht nur für die Dauer der Gewährleistungszeit dicht sein soll, sondern über viele Jahrzehnte.

    Eine Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit ist übrigens auch bei einem Gebäude ohne Keller unerläßlich, da Wasser auch kapillar im Beton der Bodenplatte aufsteigen kann.
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  3. Schichtenfolge

    Die Bodenplatte wird auf einer Grobkiesschicht (kapillarbrechend) mit daraufliegender Dichtungsfolie (PE-Folie - am besten zweilagig 0,4 mmm - schützt den Kies vor Verschmutzung mit frischem Beton bzw. den Beton vor Wasserverlusten an den Untergrund). Die Folienbahnen müssen überlappend verschweisst werden.

    Ggf. wird unter der Dichtungsfolie noch eine Wärmedämmung (siehe Perimeterdämmung) oder eine Sauberkeitsschicht (z. B. 5-7 cm Magerbeton oder - wenn später WU-Beton vorgesehen ist - auch Fliessbeton aus dünnflüssigem B25 Körnung 0-16 mm, da dieser sich nicht so leicht entmischt), verlegt.

    Die Sauberkeitsschicht aus Magerbeton erleichtert das Verlegen und erhöht die Lagesicherheit des Bewehrungsstahls. Zudem wird so die Mindestbetondeckung der Bewehrung sichergestellt. Allerdings muss die Sohle natürlich um die Dicke dieser Magerbetonschicht tiefer gelegt werden. Bei einer 25er Sohle kann die Sauberkeitsschicht u. U. zwingend erforderlich sein: es ist möglich dass sich die Bewehrung sonst samt Abstandshalter in den Kies drückt (Betondeckung zu gering, Lage der Bewehrung nicht gewährleistet).

    Dann erst folgt die Bodenplatte.

    Eine weitere vollfächige Sperrschicht muss später zwischen Betonplatte und Estrich eingebracht werden, um kapillar aufsteigende Erdfeuchtigkeit aus bewohnten Räumen fernzuhalten. Diese wird auch an die Horizontalsperre der Außenwände von innen angeschlossen.

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  5. Perimeterdämmung

    Eine wärmebrückenfreie Ausführung ist beispielsweise folgendermaßen möglich:
    Nach dem Aushub der Frostschürze wird die Randabschalung der Bodenplatte vorbereitet und exakt nach dem Schnurgerüst auf das künftige Maß der Bodenplatte ausgerichtet. Vor dem Anbringen der Platten an die Schalungsbretter sind durch die Perimeterdämmplatten unbedingt zur zusätzlichen Sicherung Kunststoff-Haftsicherungsanker zu stecken. Diese Anker, umgangssprachlich wegen Ihrer oft grünen Farbe und Form auch Tannenbäume genannt, sollen einen Mindestkopfdurchmesser von 30 mm aufweisen und von der Länge so gewählt sein, dass die Verankerungstiefe im Beton mindestens 50 mm beträgt. Einen fugenlosen Verband der Platten erreicht man durch Verwendung von Perimeterdämmung mit Stufenfalz (z.B. Styrodur 2800 CS). An der Schalung wird die Perimerterdämmung mittels Nägeln befestigt. Diese Ausführung ist bis zu einer Stärke der Platten von 10 cm möglich. Nach dem Anbringen der Perimeterdämmplatten erfolgt die Betonierung der Frostschürzen. Durch den Druck des Betons verschieben sich die Platten natürlich. Diese werden aber solange der Beton noch frisch ist wieder ausgerichtet, um später einen geraden Verlauf und sauberen Übergang zum Mauerwerk zu gewährleisten. Hierzu bedarf es etwas Muskelschmalz, Holzbohlen und ein paar Schraubzwingen. Die Holzbohlen werden am oberen Rand der Perimeterdämmung, die später nicht vom Beton der Bodenplatte bedeckt ist, angehalten und mittels den Schraubzwingen an der Randabschalung befestigt. Dadurch ziehen sich die Platten gerade. Im Nachgang wird die Bodenplatte betoniert. Am Ende werden die Perimeterdämmplatten bündig mit der Oberkante der Bodenplatte abgeschnitten und die erste Steinreihe mit dem entsprechenden Überstand angesetzt.
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  7. Ver- und Entsorgungsleitungen

    Wasserführende Leitungen unterhalb oder in der Bodenplatte müssen im Gefälle (mind 2%) verlegt werden. Auch sollte man den Durchmesser prüfen.

    Der Durchstoßungspunkt der Grundleitung (zentrale Abwasserleitung) muß sorgsam ausgebildet sein (Abnahme durch den Bauleiter). Um diese Rohre muss vor dem Betonieren eine Hülse aus elastischem Material angebracht werden, als Schutz und um Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Richtungsänderungen in Grundleitungen dürfen nur mittels Formstücken erfolgen, Abzweige dürfen max. 45 Grad betregen, Doppelabzweige sind unzulässig.

    Bei Versorgungsleitungen, die durch die Bodenplatte geführt werden sollen, ist vor dem Betonieren zu prüfen, ob alle dafür notwendigen Aussparungen in die Schalung eingelegt sind. Auch die Höhenlage der Aussparungen muß geprüft werden.
    Die Verfüllung von Rohrgräben darf nur mit Sand oder Kies erfolgen.

    Nach Abschluss der Arbeiten müssen die Grundleitungen (zumindest in NRW) einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden. Das entsprechende Protokoll wird vom Bauamt bei Baufertgistellung verlangt.
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  9. Fundamenterder

    Die Anschlussfahne muss bereits vor dem Betonieren im Hausanschlussraum liegen. Der Fundamenterder muss alle Meter an der Bewehrung befestigt werden (mit Rödeldraht). Den besten Kontakt erzielt man, wenn die flache Seite voll auf der Bewehrung liegt. Wichtig ist, dass der Fundamenterder eine allseitige min. 3 cm dicke Betondeckung aufweisst und dass darunter keine Folie bzw. Dämmung angebracht wird. Der Beton muß eine direkte Erdberührung haben. Selbst eine ganz dünne Folie (keine Noppenbahn usw.) ist durch die DIN 18014 nicht erlaubt! Bei Folie oder Dämmung gehört der Fundamenterder in die Sauberkeitsschicht, die demzufolge im Bereich des Fundamenterders mindestens 6 cm (3cm + 3 cm) dick sein muß. Von da aus muß der Fundamenterder isoliert werden, um bei Erdberührung Korrosion zu verhindern.

    Die Abbildung zeigt übrigens die IBG-Standardausführung der Bodenplatte mit Betonkellerwandsteinen.
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  11. Bewehrung

    Liegen die Eisenmatten einige Zeit draussen, bildet sich Flugrost. Das ist aber nicht tragisch.

    Die Bewehrung muss auf speziellen Brücken aufliegen (Steine/Ziegel sind ungeeignet), die z. B. aus Beton oder PVC-Kunststoff bestehen können; diese Bewehrungsabstandshalter müssen so auf die Folie aufgelegt werden, dass sie sie nicht beschädigen. Boden- oder Schalungsberühungen der Bewehrung sind wegen späterer Durchrostgefahr unzulässig (ca. 4 cm Betondeckung ringsherum).

    Der Bauleiter muss die Bewehrung kontrollieren; dort wo Rohre nach außen geführt werden sollen, muss eine besondere Bewehrungstechnik verwendet werden. Die Rohre sollen nicht einfach zwischen den Bewehrungslagen der Bodenplatte liegen, denn dann durchschneiden sie die komplette Bodenplatte statisch gesehen. Entweder bildet man einen Voutengraben (so was ähnliches wie ein Gewölbe), in dem die Rohre zusammen mit der Bodenplatte dann vergossen werden oder man legt die Leitungen so tief, dass sie spätestens mit der Sauberkeitsschicht nicht mehr sichtbar sind. Andernfalls entstehen Risse in der Bodenplatte.

    "Gern" werden die Randbügel oder Knickmatten bei Bodenmatten vergessen (viel Arbeit, meistens sieht es keiner): in die Statik schauen, kann man kapieren. Sonst kann man einfach den Statiker anrufen und fragen, auch wenn andere als die von Ihm errechneten Matten/Stäbe genommen werden (geht - muss aber richtig umgerechnet werden). Im Zweifel sollte man sich den Lieferschein des Stahlhändlers zeigen/vom Bauleiter kopieren lassen.

    Ist eine Plattengründung vorgesehen, sollte die Bewehrung vom Statiker kontolliert werden. Der Überstand der Platte über Außenkante Mauerwerk beträgt ca. 20 cm.
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  13. Beton und Kontrollen

    Siehe Tipps zu Beton

    Ferner sollte man kontrollieren, ob die Plattendicke stimmt, bzw. ob die Höhe der Oberkante der Bodenplatte mit der Werkplanung übereinstimmt. Bei Abweichungen (z. B. 23 cm statt 25 cm) sollte man die Abnahme verweigern, auch wenn diese nur stellenweise auftreten! Prüfprotokolle machen entweder zugelassene Institute oder Statiker.

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