Woran erkennt man einen Heuallergiker ?


Husten, auch einmaliges "Warmhusten" beim Losreiten oder Betreten der Reithalle


Löst man den Hustenreiz durch Zusammendrücken des Kehlkopfes oder des oberen Endes der Luftröhre aus, so darf das Pferd nur ein- oder zweimal Husten, dabei aber nicht stöhnend die Luft auspressen, sondern der Husten soll sonor und laut klingen


Pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche (ein gesundes Pferd hört man nicht atmen)


Probleme beim Atmen machen sich durch geweitete Nüstern (Foto) oder bei längerdauernden Beschwerden auch durch die Ausbildung einer "Dampfrinne" bemerkbar, in schweren Fällen pumpt das Pferd wie unter starker Belastung


Bei Inschi kann ich vor dem Losreiten bereits erkennen, ob in der Nähe geheut wird: er atmet dann unter deutlicher Muskelanspannung im Bereich hinter den Rippen; der Bauch sieht dadurch eingezogen aus

In der Regel liegt aber keine Allergie gegen das Heu selber vor, sondern gegen Schimmelpilze oder Milben, die im Heu leben.



Heuallergiker - meine Tipps




Haltung


Viel frische Luft bieten, idealerweise einen Offenstallplatz suchen


Regelmäßige Bewegung wirkt schleimlösend


Reithallen meiden, da diese nicht nur staubig, sondern durch Feuchtigekeit bedingt oft pilzsporenreiche Luft haben


Manchmal ist es die Einstreu und nicht das Heu, das den Husten auslöst: als Einstreu sollte man Holzspäne oder andere Stroharten verwenden (z. B. Wechsel von Weizenstoh auf Gerstenstroh)


Verwendung von Stallmatten unter gänzlichem Verzicht auf Einstreu im Offenstall (Pferde mit Atemwegsproblemen brauchen kein "kuscheliges" Bett, sondern reine Luft)


Benachbarte Pferde ebenfalls nicht mit trockenem Heu füttern; Heu möglichst weit entfernt vom Pferd lagern und zubereiten


Und am wirksamsten ist in akuten Phasen ein gemeinsamer Urlaub am Meer


Fütterung


Nasses Heu füttern. Nass bedeutet, dass das Heu nicht nur angefeuchtet, sondern für längere Zeit (mindestens 20 min) in reichlich Wasser eingelegt wurde; frißt das Pferd das nasse Heu nur ungern, so kann man dem Wasser Viehsalz oder Kochsalz zusetzen, um Geschmack und Bekömmlichkeit zu verbessern


Futterstroh kann man genauso wie Heu tauchen


Auch kein anderes staubendes Futter verwenden


Vom Boden füttern, da die Kaubewegungen dazu beitragen, dass sich eventuell in den oberen Luftwegen vorhandener Schleim löst

Kostenintensivere tierärztliche Behandlungsmethoden beinhalten Medikamente, die die Schleimbildung und -lösung fördern, Cortison zur "Unterdrückung" der Symptome (keine Heilung), Spülung der Lunge durch Gabe von Kochsalzlösung und homöopathische Behandlungen.